Vereinsgeschichte 1. Teil
Geschrieben von Sven Jonetat, 12.03.2006
Altfrid + Wacker = RSC
ein Geistlicher von St. Andreas
war es, der im Jahre 1924 der Gemeinde das
Fußballspielen lehrte. Zusammen mit einigen sportbegeisterten Männern holte
Kaplan Schwarz Jugendliche und junge Erwachsene von den durch Krieg und Inflation
gezeichneten Straßen und gab ihnen so in der Gemeinschaft des Vereinslebens einen
Halt in dieser schweren Zeit.
Zunächst noch ohne 'Heimat' begannen die ersten Fußballer der DJK Altfrid Rüttenscheid
mit dem Training auf der Mondscheinwiese im Stadtwald oder auf der Schillerwiese.
Und bald stellte sich der erste Erfolg ein: Schon im Jahre 1925 gelang den
fußballbegeisterten Gemeindemitgliedern der Aufstieg von der C- in die B-Klasse.
In kurzer Zeit konnte man die Meistertitel der B- und A-Klasse an seine Fahnen heften
und gelangte so in die Gauklasse.
Zwei Jahre vor den Fußball Aktivitäten von Kaplan Schwarz war in St. Ludgerus die
DJK Wacker Rüttenscheid gegründet worden. Damals noch Konkurrenz, vereinten sich
Anfang der dreißiger Jahre beide Vereine zur DJK Altfrid Rüttenscheid.
Doch zunächst zurück in die Zwanziger: Kaum vorstellbar der Idealismus, der damals von
den Sportlern aufgebracht wurde: Fehlten doch all jene Hilfen, die die moderne
Gesellschaft heute zur Verfügung stellt. Auf dem Sportplatz an der Vittinghofstraße
im Schellenberger Wald spielte die DJK Altfrid Rüttenscheid damals und dies bedeutete
Sonntag für Sonntag einen Fußmarsch von einer dreiviertel Stunde für die gesamte Mannschaft.
In einer Waschschüssel, bereitgestellt von der Gartenwirtschaft Grüter, wusch sich nach
dem Spiel die Truppe auch noch der Gegner! Der unaufhaltsame Fortschritt brachte dann
in der Wirtschaft Klein später für jeden Spieler eine eigene Schüssel...
Und trotz der sportlichen Erfolge in diesen Jahren sehnten sich die Rüttenscheider
Fußballer nach einer eigenen Sportanlage in ihrer Nähe. Anfang der dreißiger Jahre sollte
dieser Traum durch den unermüdlichen Einsatz des Pfarrers Hasslacher und des Kaplans
Salz von St. Andreas Wahrheit werden: Man entdeckte das Walpurgistal als einen idealen
Ort für eine neue Sportanlage, war es doch unweit des Ulmenhofes und der
Vereinsgaststätte 'Zur Erholung' von Wirt Willi Nessel sen. gelegen.
Mit Hilfe des Kirchenvorstandes gelang es, das Gelände zu pachten, und sogleich
begannen die insgesamt zwei Jahre dauernden Bauarbeiten. Mit dieser durch ABM-Gelder
finanzierten Maßnahme gelang es Kaplan Salz, viele junge Menschen von den langen
Schlangen vor den Arbeitsämtern jener Zeit wegzuholen und ihnen eine sinnvolle
Beschäftigung zu geben.
1932 endlich konnte die Sportanlage feierlich eingeweiht werden. Von nun an hatten beide
Rüttenscheider Vereine keine Sportplatzsorgen mehr und es kam zu einer Vereinigung der
ehemaligen Konkurrenten, die fortan unter dem Namen DJK Altfrid Rüttenscheid weiterspielten.
